Klassische Musik

Klassische Musik ist harter Tobak – genauso wie Goethes Faust, sollte man an das Thema erst einmal herangeführt werden und sich langsam eingewöhnen. Und auch dann ist sie noch Geschmack – und/oder Gewöhnungssache.
Doch was genau versteht man unter klassischer Musik?

Schon alleine die Definition des Wortes klassisch gestaltet sich schwierig. Unter klassisch versteht man im Allgemeinen etwas zeitloses, allgemein gültiges aber auch Typisches. Der Begriff klassisch ist ein interdisziplinäres Phänomen. Die wohl gängigste Bestimmung des Begriffs klassische Musik ist, ob ein Musikstück für ein Orchester oder eine Kombination aus typischen Orchesterinstrumenten, welche Gesang, Klavier oder Gitarre sind, geschrieben wurde. Doch klassische Musik ist noch viel mehr. Sie ist u.a. die Grundlage auf der die meisten existierenden Musikstücke basieren.
Oft glaubt man die klassische Musik wäre in der heutigen Zeit nur noch ein Relikt und gänzlich aus dem modernen Leben verschwunden, doch weit gefehlt – klassische Musik begegnet einem viel öfter als man denkt. Die klassische Musik ist sehr oft eine Künstlerin der Täuschung.
Viele Menschen denken, dass sie eigentlich nie mit klassischer Musik in Berührung kommen, doch das ist so nicht ganz wahr, manchmal erkennt man klassische Musik nur einfach nicht.
Ein perfektes Beispiel hierfür bieten diverse Filmsoundtracks, wie z.B. die Titelmusik von „Herr der Ringe“ oder „Star Wars“. Aber klassische Musik begegnet einem noch viel alltäglicher. Ohne sich dessen bewusst zu sein, ist man mit klassischer Musik täglich konfrontiert u.a. in der Form von Werbejingles. Diese meist kurzen und einprägsamen Melodien oder Tonfolgen verinnerlicht man unterbewusst und fast immer ohne zu wissen, dass es sich hier in den meisten Fällen um klassische Musikstücke handelt. Doch es gibt noch einen weiteren Bereich, in dem man oft unwissend mit klassischer Musik beschallt wird. Viele Computerspieleentwickler verwenden bei der Entwicklung ihrer Spiele, gerade bei Schlüsselszenen oder im Finale, um die Spannung oder Dramatik zu steigern, klassische Musikarrangements.
Wie man merkt ist klassische Musik noch immer allgegenwärtig.
Studien der letzten Zeit beschäftigen sich oft mit der Wirkung von klassischer Musik auf die Entwicklung bei Säuglingen im Mutterleib und auch bei Kleinkindern. In der Literatur wird dies der Mozarteffekt genannt. Klassische Musik, vor allem von Bach und Mozart, soll während der Schwangerschaft eine beruhigende und stimulierende Auswirkung auf das Gehirn des ungeborenen Kindes haben. Durch das Hören von klassischer Musik soll das räumliche Wahrnehmungsvermögen gesteigert werden. Diese Studien sind jedoch sehr kontrovers und die Meinungen zu den Effekten dieser Musiktherapie gehen weit auseinander.
Eine ähnliche Studie wurde auch mit Kühen durchgeführt. Angeblich sollen Kühe durch die Beschallung von klassischer Musik, z.B. mit Beethoven, mehr Milch geben. Beruhigende Musik soll den Milchfluss steigern, da sie dadurch beruhigt und entspannt werden. Klassische Musik ist im täglichen Leben allgegenwärtig und hat man sich erst einmal darauf eingelassen, kann man auch im gegenwärtigen modernen Medienzeitalter, die Qualität und Tiefe dieser außerordentlichen Musikgattung und deren herausragenden Interpreten Wert schätzen und genießen.